Der Thüringer Fotojournalist Sascha Fromm. Fotos: Sascha Fromm

Wie sähe wohl eine Zeitung oder eine Zeitschrift komplett ohne Bilder aus? Es würde etwas fehlen, ganz klar! Die FUNKE-Fotografen versorgen unsere Redaktionen und Medien täglich mit neuen Bildern. Sie sorgen dafür, dass Artikel, Berichte oder Reportagen auch visuell ansprechend sind und prägen die Bildsprache unserer Produkte – egal, ob in Print oder Digital.

Sascha Fromm ist einer der dienstältesten Fotojournalisten bei FUNKE, seine Bilder sind mehrfach ausgezeichnet. In unserem Interview gibt der Thüringer Einblicke in die Arbeit eines professionellen Fotografen, verrät Tipps, wie man eine „gute“ Perspektive findet und erzählt, warum Fotojournalist noch immer sein Traumberuf ist.

Sascha Fromm gelang dieses Bild bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. Es wurde nun zum „Sportfoto des Jahres 2018“ gewählt.

Herr Fromm, Sie wurden bereits mehrfach für Ihre Arbeit ausgezeichnet, erst kürzlich wurde eines Ihrer Bilder von der Zeitschrift KICKER zum „Sportfoto der Jahres 2018“ gewählt. Was macht denn für Sie ein gutes Foto aus?

Ein Blick hinter die Kulissen: Ausgefallene Bilder erfordern auch mal ungewöhnliche Aktionen des Fotografen.

Für mich sind Emotionen das „einfache Geheimnis“ für gute Fotos. Diese können aber nicht nur Lachen und Weinen vermitteln, auch ein Sonnenstrahl der durch dichte Wolken auf eine Burg trifft, kann Emotionen wecken.

Der Betrachter von Bildern möchte immer wieder Neues sehen und mit besonderen Blickwinkeln auf das Geschehen überrascht werden. Ansonsten waren für mich immer die Worte von Robert Capa ein Leitsatz meiner Arbeit: „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran.“

Wie finden Sie die richtige Perspektive für ein Bild?

Das passiert meist instinktiv. „Ruhige“ Hintergründe bringen das eigentliche Geschehen immer mehr auf den Punkt. Man sollte sich aber auch immer mit den Themen der Geschichten oder Sportarten beschäftigen und auseinandersetzen. Das Wissen um Bewegungsabläufe im Sport hilft ungemein.

Und vor allem: Immer neugierig bleiben!

Sascha Fromms Tipp für die richtige Perspektive: Instinkt und Neugierde.

Wie sind Sie technisch ausgerüstet?

Ich arbeite jetzt seit fast 30 Jahren mit Nikon-Kameras und Objektiven. Dazu kommt viel nützliches Zubehör, wie zum Beispiel Funkfernsteuerungen und eine Blitzanlage. Ohne eine gute Ausrüstung ist es schwierig, Bilder zu machen, die sich von der Masse abheben.

Wie schnell „liefern“ Sie die Fotos an die Redaktion – wie ist der Workflow?

Die Redaktion möchte die Bilder natürlich immer gleich und sofort. Viele Bilder, zum Beispiel nach Fußballspielen, sind dann direkt schon nach Spielende online zu sehen. Somit bieten wir dem Leser oder User auch immer einen Mehrwert.

Bilder, die schnell in der Redaktion benötigt werden, schickt Sascha Fromm auch manchmal direkt von seinem aktuellen „Arbeitsplatz“.

Bei größeren Reportagen hat man meist ein wenig mehr Zeit, um das „Best Of“ aus oft tausenden von Bildern herauszufiltern. 

Sie kommen als Fotograf viel rum, müssen aber auch viel reisen. Anstrengend oder eher spannend?

Anstrengend und spannend zugleich! Bei meinen bisher zwölf Olympischen Spielen hatte ich meist nicht mehr als drei, vier Stunden Schlaf pro Nacht. Da freut man sich auf jede längere Busfahrt, bei der dann die Augen von ganz allein zufallen. Aber all das ist „positiver Stress“, mit dem ich gut umgehen kann. Außerdem sieht man viel von der Welt und kann oft „hinter die Kulissen“ schauen.

Fotojournalist ist und bleibt für mich immer mein Traumberuf. Von meinem Vater, Manfred Fromm, ebenfalls erfolgreicher Sportfotograf, habe ich viel gelernt und mit auf den Weg bekommen.

Viele Eindrücke konnte Sascha Fromm bei seinen Reportagen mit UNICEF sammeln. Foto: Tom Schulze

Was waren Ihre persönlichen Highlights?

Der Amoklauf vom 26. April 2002 am Gutenberg-Gymnasium meiner Heimatstadt Erfurt war ein Ereignis, das all meine Kollegen und mich geschockt und tief bewegt hat.

Highlights gibt es unzählige große und kleine!

Neben den Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften, die ich gesehen habe, war ich viel unterwegs. So konnte ich mir bei Reportagen mit UNICEF in Ländern wie dem Niger, Moçambique, dem Darfur im Sudan, Bosnien, Tschetschenien, Guatemala und Sri Lanka nach dem Tsunami von 2004 ein eigenes Bild von Konflikten und Naturkatastrophen in der Welt machen. Das war in jeglicher Hinsicht beeindruckend.

Auch im Lokalen und Regionalen lassen sich Highlights finden – man muss nur genau hinschauen.

Neben den großen Events kann man aber auch immer wieder Highlights im lokalen und regionalen Umfeld finden!

 

 


Preise und Auszeichnungen

Sascha Fromm hat vielfach nationale und internationale Preise und Auszeichnungen für seine Arbeiten erhalten, unter anderem:

KICKER – Sportfoto des Jahres, POYi Pictures Of The Year International , NPPA – Best of Photojournalism, Atlanta Photojournalism Seminar, AIPS – Sports Media Pearl Award, CHIPP – China International Photo Contest, Sven-Simon-Preis, Pressefoto Hessen-Thüringen, PDN Anual Contest, Veltins Lokalsport Preis, SIPA – Siena International Photo Award, Manfred-Ströher Medienpreis, Sony World of Photography, Ippawards, Sportsshooter

Text: Martin Körner

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